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Unternehmerische Verpflichtung


Eine bessere Welt bauen

Von: Bob Uhler
President/CEO
MWH Global, Inc.

Das unternehmerische Amerika wird von der „grünen” Bewegung überflutet. Hausbauer integrieren zunehmend energieeffiziente Beleuchtungsvorrichtungen und recycelte Materialien in ihren Bauplänen. Automobilhersteller konstruieren Hybridfahrzeuge, die sehr effizient sind und sauberere Kraftstoffe verbrennen können. Firmen in nahezu jeder Branche scheinen darauf konzentriert zu sein, ihre Kohlenstoffemissionen zu reduzieren. Selbstverständlich sind das alles sehr gute und bewundernswerte Bemühungen.

Die Leute in unserer Firma haben den Beruf als Umweltingenieure und –Berater gewählt, weil sie hoffen, eine nachhaltige Zukunft für diesen Planeten, unsere Kindern und die folgenden Generationen zu garantieren. Unsere Aufgabe –eine bessere Welt zu bauen– ist in unserer Firmenkultur und in allem was wir tun eingebettet. Diese Aufgabe bestätigen wir täglich in 35 Ländern auf sechs verschiedenen Kontinenten, wo mehr als 6000 MWH Teammitglieder Firmen, Gemeinden und Regierungen helfen, einige der weltweit komplexesten Herausforderungen auf umweltfreundliche Art zu lösen.

Building a Better World is embedded in our corporate culture and everything we do

© iStockphoto.com/b79

Unser passionierter Nachhaltigkeitsdrang –sowohl für uns, als auch für unsere Kunden– ist eine Verpflichtung und zugleich eine Unternehmung, die es den Aufwand wert ist. Unsere Kunden sind glücklicher. Unsere Arbeiter sind engagierter und unsere Rekrutierungsbemühungen werden dadurch vereinfacht. Unser Geschäft ist gestärkt.

Doch solche Transformationen finden nicht von einem auf den anderen Tag statt –zumindest war dies bei MWH nicht der Fall. Wenn man in Betracht zieht, dass wir eine ökologische Ingenieursfirma sind, dann war Nachhaltigkeit zumindest in gewisser Weise bereits seit mehr als 160 Jahren in unserer DNA integriert. Trotz unseres Erbes, wurden die Samen unseres derzeitigen Nachhaltigkeitsschwungs erst in den letzten 18 Monaten gepflanzt.

Zum größten Teil erlauben wir den weltweiten MWH Niederlassungen freien Handlungsspielraum. Gleichzeitig stellt unser Hauptquartier ein einheitliches Rahmengerüst für die Buchhaltung, das Marketing und den Wissensaustausch bereit. Der Grund für diesen Ansatz ist simpel: Was in Australien funktioniert, muss nicht unbedingt in England funktionieren und was in England klappt, ist nicht unbedingt in Amerika erfolgreich. Bis vor kurzem ging unsere Firma nach diesem Schema an Nachhaltigkeitsfragen heran. Während unsere Teams in Australien und Europa die ersten waren, die Nachhaltigkeit begrüßten, wählte ihr Amerikanisches Gegenstück einen gemäßigten Ansatz.

Anfang 2007 entschied ich mich zusammen mit meinem Führungsteam, die Nachhaltigkeitsbemühungen für die gesamte Organisation zu formalisieren. Der Ansporn dazu kam während der „Clinton Global” Initiative, einer Konferenz mit Führern aus der politischen, geschäftlichen und philanthropischen Arena, die Ende 2006 stattfand. Ich fing an, während dem Abendessen auf dieser Konferenz mit dem CEO einer prominenten Technologiefirma zu reden. Der CEO, dessen Unternehmen viele Male größer ist als unseres, meinte zu mir: „Ich wünschte ich hätte ihre Firma.” Überrascht fragte ich ihn warum. Er sagte: „Weil Ihre Firma echt etwas bewegen kann. Sie hat globale Reichweite, die Technologie, die Glaubwürdigkeit und die Passion dazu. Sie könnten ein Advokat für Veränderung sein, während meine Firma Produkte herstellt.”

Mit dieser Inspiration begann unsere Firma mit der Entwicklung eines mehrjährigen, fassettenreichen Programms, mit dem Ziel der Übernahme von nachhaltigen Praktiken in jeder Abteilung des Unternehmens. Wir entschieden, dass der Kampf gegen den globalen Klimawechsel und die Unterrichtung über die Auslöser und Folgen des Klimawandels unser primärer Fokus sein sollte. Um die Bemühungen anzuführen, schufen wir eine neue Führungsposition (Leiter für nachhaltige Entwicklung) und ein Komitee für Klimawandel, das sich aus MWH Ingenieuren, Nachhaltigkeitsexperten und Führungspersonen zusammensetzt.

We analyzed, measured and devised strategies to cut our carbon emissions by 15 percent...

© iStockphoto.com/johnwoodcock

Unser nächster Schritt war der Blick in den Spiegel. Wir analysierten, bewerteten und änderten Strategien, um unsere Kohlenstoffemissionen um 15% zu kürzen –ein ehrgeiziges, aber dennoch erreichbares Ziel. Wir adoptierten Methoden, um unsere Flugreisen nachhaltiger zu machen. Wir tätigten eine Kapitalinvestition in Höhe von $1,5 Millionen, um unsere Kapazitäten für Videokonferenzen zu verbessern. Wir verlegten eine unserer alljährlichen globalen Schlüsselveranstaltungen von Singapur nach Orlando in Florida. Diese Entscheidung kürzte die reiseabhängigen Kohlenstoffemissionen um 40%, weil viele der Teilnehmer aus den USA kommen.

Als nächstes widmeten wir uns unseren Geschäftsautos und ordneten an, dass alle Ersatzteile für unsere 500 Wagen starke Flotte aus Kraftstoff-effizienten Hybriden bestehen sollten. Wir untersuchten zudem wo wir arbeiteten und die Materialien, die wir für Projekte nutzten. Wir gaben strenge, einheitliche Richtlinien für unsere Supply Chain Manager vor. Als Konsequenz verwendeten wir bei der Arbeit umweltfreundlichere Materialien. Und während unser Unternehmen wächst, haben wir festgelegt, dass nur Gebäude geleast werden, die eine LEED Zertifizierung haben. Wir haben noch mehr zu tun, um unser eigenes Haus effizient zu machen, aber wir denken, dass dies ein guter Start ist.

In den Gemeinden, in denen wir arbeiten, entwickeln wir auch ein Programm, um einige der Kohlenstoffemissionen, die durch unsere Projekte verursacht werden, zu beheben. Wir haben uns verpflichtet, in jeder Stadt, in der wir operieren, 100 Bäume zu pflanzen und wir laden unsere Klienten ein, mit zu machen und noch 100 weitere zu pflanzen. Dieses Programm verringert nicht nur unsere Auswirkungen auf die Umwelt und verbessert die Städte, in denen unsere Klienten arbeiten, sondern es fördert auch die Kameradschaft unter den Arbeitern. Ohne Frage ist dies eine Gewinnsituation für unsere Firma, unsere Klienten und unsere Gemeinden zugleich.

Obwohl all diese Bemühungen lobenswert sind, erkennen wir auch, dass wir durch die Zusammenarbeit mit Politikern, Gemeindeoffiziellen, akademischen Forschern und der Privatwirtschaft noch mehr erreichen können. Daher veranstalten wir und nehmen an Workshops teil, die in New York, San Francisco, Denver, Seattle, Chicago und anderen Städten stattfinden, um Klimawandel aus Sicht von Umweltstewards zu diskutieren und optimale Verfahren auszutauschen. Wir sind einer der ersten Sponsoren der Klimagruppe „The Climate Group”, einer gemeinnützigen Organisation, die sich dem Fortschritt beim Klimaschutz in Firmen und Regierungen widmet.

Außerdem haben wir ein weltweites Programm für Schüler entwickelt, das sie über den Wasserkreislauf, Energieverbrauch und Klimawandel unterrichtet. Die Idee liegt in der Informationsvermittlung an die junge Generation, sodass sie zu Karrieren in den Wissenschaften ermutigt werden und dass die Führer von morgen hoffentlich irgendwann die Probleme von heute lösen können. Das Programm wurde in drei Sprachen übersetzt und wir erwarten, dass es bis Ende 2008 in 150 Klassenzimmern eingesetzt wird.

Ich erkenne an, dass die Arbeit von MWH ein kleiner Schritt im weltweiten Kampf gegen den Klimawandel und für die Nachhaltigkeit ist. Der Energiekonsum und die CO2 Emissionen in schnell wachsenden Ländern wie China und Indien werden in der vorhersehbaren Zukunft weitergehen. Keine allein stehende Firma oder Regierung kann das ändern. Aber ich bin auch Optimist. Seit 30 Jahren arbeite ich in der ökologischen Ingenieursbranche und habe gesehen, wie der Beruf an Bedeutung und Raffinesse zugenommen hat. Ich habe auch gesehen, wie die Vereinigten Staaten daraus resultierende Schritte gegangen sind. Wir haben sauberes Trinkwasser und saubere Gewässer für unsere Kinder bereitgestellt, indem wir Flüsse und Buchten gesäubert haben. Wir haben Regulationen erlassen, die die Abgabe von Luftverschmutzern begrenzten, damit wir saubere Luft zum Atmen haben. Und wir haben Technologien, wie Wasser–, Luft– und Sonnenenergie entwickelt, die unsere Abhängigkeit von relativ schmutzigeren Energiequellen reduzieren können.

Klimawandel ist nicht länger ein politisches Thema; es ist ein globales Problem. Politiker auf beiden Seiten des Ganges sind vorgetreten, um auf Veränderungen zu drängen. Wenn der Wille und die Ressourcen vorhanden sind bin ich mir sicher, dass die Ingenieure alle technischen Probleme, denen wir entgegen treten, lösen können. Ich bin sowohl glücklich, als auch stolz, Teil einer Firma und einer Branche zu sein, die die Möglichkeit besitzt, heute, morgen und auch in Zukunft einen positiven Unterschied als Antwort auf den Klimawechsel zu setzen.

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